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Die Volkssternwarte "Erich Bär"

Lage

Koordinaten: 13°55'58" östliche Länge, 51°06'51" nördliche Breite
Höhe : 250 m ü. NN
Ortszeitdifferenz Nullmeridian: 55 min 44 s
Ortszeitdifferenz Görlitz: 04 min 16 s

Beobachtungsmöglichkeiten

Das Hauptgerät der Sternwarte ist ein Schmidt-Cassegrain Spiegelfernrohr, welches in der Kuppel montiert ist. Daneben besitzt die Sternwarte eine Reihe transportabler Teleskope, die auf dem Beobachtungsplatz hinter der Sternwarte aufgebaut oder zu Ausflügen ins Gelände mitgenommmen werden können. So kann die ganze Bandbreite astronomischer Objekte beobachtet und fotografiert werden: der Erdmond, die Planeten und ihre Monde, Gasnebel, Sternhaufen und Milliarden Lichtjahre entfernte Galaxien. Zur Sonnenbeobachtung stehen für verschiedene Geräte zur Verfügung.

Geschichte der Sternwarte

Die erste Radeberger Sternwarte hatte ihren Standort an dem von einem Kleinwolmsdorfer Rittergutsbesitzer 1824 für seinen Sohn Felix als Observatorium errichteten "Felixturm" im Radeberger Hüttertal. Die ausgebaute Ruine des im Jahre 1918 durch Blitzschlag zerstörten Turms wird heute, ihrer günstigen Lage wegen, von aktiven Funkamateuren als Station betrieben und ist ein beliebtes Ausflugsziel der Radeberger Bürger.

Erich Bär, der Nestor der Radeberger Amateurastronomie, gründete 1951 den ersten Astronomiezirkel Radebergs, welcher 1953 als offizielle Fachgruppe Astronomie unter der Schirmherrschaft des Kulturbundes der DDR eingeführt wurde. Zu dieser Zeit errichtete Erich Bär vor dem Felixturm ein kleines Kuppelgebäude und stattete es mit ausschließlich privaten Instrumenten aus. Einige Jahre später entstand schließlich der Neubau der heutigen Einrichtung vor den Toren Radebergs auf der Stolpener Straße. Die Einweihung erfolgte am 6. Juni 1964 im Beisein vieler Gäste und Sternfreunde. Die ersten Jahre waren geprägt von regem amateurastronomischen Leben und aktiver Öffentlichkeitsarbeit.

"Nur wer wie ich, als langjähriger Freund des geistigen Vaters und Leiters dieser Sternwarte - Erich Bär - dessen unermüdlicher Begeisterung für Sternenwelt kennt, kann ermessen, was für Idealismus dazugehört, ein solches Werk zu erschaffen. Ich hoffe, das dieses uneigennützige Streben nach Erkenntnis des Universums von allen staatlichen und städtischen Organen anerkannt und gekräftigt wird". (Helmut Scharf - Lehrer in Werdau; 10.08.1965 im Gästebuch der Sternwarte)

Felixturm Baustelle 1963 Sternwarte 1964 Gründungsväter
Privatsternwarte Erich Bärs am Felixturm 1953 Sternwarte an der Stolpener Straße im Bau 1963 Fertiggestellte Sternwarte 1964 Gründungsväter bei der Eröffnung: Albert Görner, Erich Bär, Carl Haupt (v.l.n.r)

1971 begann mit dem Wechsel des Leiters eine neue Epoche in der Geschichte der Sternwarte. Der verdienstvolle Erich Bär legte aus Altersgründen sein Amt nieder, ihm folgte der Astronomielehrer Adolf Lemke. Viel diskutiert bleibt jene Ära, in der die Amateurastronomie aus der Sternwarte auszog, um der Schulastronomie für Radeberg und das Umland Platz zu machen. Jedoch konnte mit der Unterstützung der Schulen im Rücken die optische Ausrüstung der Einrichtung entscheidend ausgebaut werden.

Aus einer der vielen Schülerarbeitsgemeinschaften, die von Adolf Lemke geleitet wurden, gründete sich 1980 der "Astronomische Jugendclub Radeberg" (AJC). Er durfte die Sternwarte zunächst nicht nutzen und zog erst 1986 in ihre Räume ein. Zu dieser Zeit gab Adolf Lemke nach vergeblichen Bemühungen um einen Ausbau die Sternwarte auf. Mittlerweile hatte sich der Zustand der Bausubstanz dramatisch verschlechtert, so dass der Jugendklub, jetzt als Kulturbundfachgruppe, als erstes die dringend notwendig gewordenen Sanierungsmaßnahmen am Gebäude durchführte. In neuem Glanz feierte die Sternwarte 1989 ihr 25. Jubiläum und erhielt den Namen "Erich Bär".

Sternwarte 1980 Sternwarte 1988 Sternwarte 1989 Sternwarte 1990
Zustand der Sternwarte Anfang der Achtziger Jahre Der AJC renoviert die Sternwarte 1988 Die neu erstrahlende Sternwarte zu ihrem 25. Jubiläum 1989 Gründungsmitglieder des Freundeskreis Sternwarte 1990

Mit der polititschen Wende vollzog sich 1990 die Gründung des "Freundeskreis Sternwarte e.V." aus der bisherigen Fachgruppe. Die Mitglieder des Vereins übernahmen die Pflege und Erhaltung der Sternwarte und des umgebenden Geländes. Mitte der neunziger Jahre verließ der Verein vorübergehend die Sternwarte, als sie ihren lang erwarteten Erweiterungsbau erhielt. Das Engagement des Bürgermeisters Herrn Lemm, der Fa. Terrabaltic und weiterer Sponsoren ermöglichten die umfangreichen Baumaßnahmen. 1997 wurde die um einen Vortragsraum und sanitäre Anlagen erweiterte und renovierte Sternwarte von Sternfreunden und Besuchern wieder begeistert in Besitz genommen. In den darauffolgenden Monaten wurde das große Außengelände neu gestaltet und bepflanzt, wobei u.a. der Kleingartenverein "An der Schwarzen Röder" half. Neu aufgestellte Sichtschutzwände hinter der Sternwarte sorgen seit dem für bessere Beobachtungsbedingungen. Im Sommer 1999 wurde die Sonnenuhr vor dem Gebäude eingeweiht, welche von einer Schüler-Arbeitsgemeinschaft geplant und durch die Hilfe der Vereinsmitglieder verwirklicht wurde.

Im Juni 2014 feiert die Volkssternwarte Radeberg ihr 50-jähriges Jubiläum.

Sternwarte 1996 Sternwarte 1997 Sternwarte 1997 Sonnenuhr
Erweiterungsbau der Sternwarte 1996 Auch das alte Gebäude wurde renoviert 1997 konnte der Verein wieder einziehen Einweihung der Sonnenuhr 1999
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